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Die Anwendungsbereiche der Mediation sind sehr vielseitig. Grundsätzlich kann die Mediation überall dort einen zielführenden Weg darstellen, wo das Gespräch zweier Konfliktparteien nicht zum gewünschten Erfolg führt und der oft teure und langwierige Rechtsweg gemieden werden möchte. Insbesondere bietet sich eine Mediation immer dann an, wenn neben sachlichen auch persönliche Themen im Fokus stehen sowie die Parteien auch in Zukunft in Kontakt oder Beziehung bleiben wollen oder müssen. Im Zentrum einer Mediation steht weniger das Gesetz als Fairness und die Motivation, eine nachhaltige Lösung zu erreichen, welche möglichst vielen Bedürfnissen gerecht wird.

Die nachfolgende Liste ist nicht abschliessend, sondern gibt nur einen Eindruck davon, wie vielseitig die Mediation eingesetzt werden kann.

 

  • Ehe, Familie und Partnerschaft
  • Erbschaft
  • Nachbarschaft
  • Mietbeziehungen
  • Arbeitsplatz
  • Wirtschaft
  • Schule und Jugendeinrichtungen
  • Umwelt-, Planungs-, Bauprojekte
  • Non-Profit-Organisationen und Vereine
Ehe, Familie und Partnerschaft (Familienmediation)
  • Konflikte zwischen Paaren und Eltern bei Trennung und Scheidung
  • Konflikte in Kinderbelangen
  • Schwierigkeiten im Rahmen von Patchwork-Familien
  • Generationenkonflikte
  • Regelungen rund um die Pflege kranker oder alter Familienangehöriger
Erbschaft

Wünsche, Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten (Erblasser/ Erben) können berücksichtigt und damit Rechtsstreitigkeiten vorgebeugt werden.

  • Erbteilungskonflikte
  • Konflikte mit Willensvollstreckern/Behörden/Banken
  • Letzter Wille
Nachbarschaft

Die Nachbarschaft birgt ein grosses Konfliktpotential. Durch die räumliche Nähe liegt es im Interesse aller Beteiligten, Konflikte konstruktiv zu lösen, um nachbarschaftliche Beziehungen auch in Zukunft zu erhalten bzw. wieder herzustellen.

  • Lärmbelästigung (z.B. durch Rasenmäher, Haustiere, Kinderlärm, Musik)
  • Verschmutzung (z.B. Treppenhaus, Gemeinschaftsräume, Wohnanlage)
  • Geruchsbelästigung (z.B. Müllentsorgung, Küchengerüche, Tierhaltung, Zigarettenrauch)
  • Nutzung von Gemeinschaftsräumen (z.B. Waschküche, Rasenfläche, Abstellräume)
  • Kosten für Nutzung gemeinschaftlicher Anlagen und Räume
  • Grenzstreitigkeiten
  • Über die Grundstücksgrenze ragende Pflanzen und Bäume wie auch Laub
  • Schattenwurf
  • Gestaltung des Grundstückes bzw. eines Gebäudes (z. B. Spielwiese vs. Parkplatz)
  • Hausbesetzung
Mietbeziehungen

Auch im Verhältnis zwischen Vermietern und Mietern sind Konflikte keine Seltenheit:

  • Mietzinserhöhung/Mietzinsreduktionen
  • Mietzinsrückstände
  • Nebenkostenabrechnung
  • Umbauten, Renovierungsmassnahmen
  • Unterhalt des Mietobjektes
  • Wohnungsmängel
  • Kündigungen
  • Wohnungsübernahmen

Darüber hinaus behandelt die Mediation auch Streitigkeiten zwischen folgenden Gruppen:

  • Mieter untereinander (vergl. Nachbarschaft)
  • Eigentümergemeinschaften (Stockwerkeigentum) untereinander
  • Eigentümergemeinschaften und Verwaltung
  • Genossenschafter einer Baugenossenschaft
Arbeitsplatz
  • Konflikte im Rahmen des bestehenden Arbeitsverhältnisses (Lohn, Zwischenzeugnis, Beförderungen, Ferien, Krankheit etc.)
  • Konflikte bezüglich Arbeitslosigkeit mit Ämtern, Arbeitgebern, RAV
  • Vermeidung/Intervention bei arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen
  • Vermittlung bei Personalabbau und Umstrukturierungsprozessen
  • Auseinandersetzungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern
  • Konflikte bezüglich der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Mobbing
  • Organisationskonflikte aus Führungs- wie auch Teamperspektive
Wirtschaft
  • Beschwerden gegenüber einer Firma/Arbeitgeber/Behörde
  • Umstrukturierungs- und Integrationsprozesse (Fusionen, Übernahmen, Sanierungen)
  • Unternehmensnachfolge
  • Auseinandersetzung unter Gesellschaftern
  • Projektspezifische Konfliktsituationen
  • Streitigkeiten bezüglich Versicherungsleistungen
  • Vertragskündigungen allgemein
Schule und Jugendeinrichtungen

Mediation wird an Schulen häufig zur Konflikt- und auch Gewaltprävention eingesetzt

  • unter Schülern
  • zwischen Schülern und Lehrern
  • zwischen Lehrern und Eltern
  • im Lehrerkollegium
  • zwischen Verwaltung, Lehrerkollegium und Angestellten
  • bei Mobbing
Umwelt-, Planungs-, Bauprojekte (Öffentlicher Bereich)
  • Standortentscheidungen
  • Planfeststellungsverfahren
  • Aufstellung von Bauleitplänen (Flächennutzungsplan, Bebauungsplan)
  • Vermittlung zwischen Verwaltung, Behörden, Unternehmen, Anwohnern, Verbänden und Bürgerinitiativen
Non-Profit-Organisationen und Vereine

NPOs kommen oft mit besonderen Herausforderungen in Berührung:

  • Schwierigkeiten im Umgang mit formalen Strukturen
  • Autorität und Macht
  • hohe Wertorientierung
  • Widerspruch von Ökonomisierung und ehrenamtlicher Tätigkeit
  • Konflikte zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Organen z.B. zwischen einem ehrenamtlichen Vorstand und einer hauptamtlichen Geschäftsführung